Parkett richtig über die Fußbodenheizung verlegen

Das Verlegen von Parkett lässt sich erfolgreich meistern, wenn man der Anleitung richtig folgt, und das entsprechende Werkzeug dazu verwendet. Dabei haben sich besonders Kreuzlinienlaser mit vertikalen und horizontalen Laserlinien als äußerst hilfreich erwiesen, denn damit lassen sich die einzelnen Parkettelemente präzise ausrichten.

Wer auf eine Fußbodenheizung Holzparkett verlegen möchte, sollte vorab sicherstellen, dass sich das Wunschparkett für das Verlegen auf einer Fußbodenheizung auch eignet. Die Eignung auf Fußbodenheizung kann man sich durch den Hersteller bestätigen lassen. Außerdem kann man sich dabei auch gleich über die Garantiezeit erkundigen.

Besonders gut eignen sich für die Verlegung auf Fußbodenheizung Stabparkett bis max. 19 mm, Mosaikparkett 8mm, Fertigparkett (3-schichtig) sowie Holzarten, die kurze Feuchtewechselzeiten besitzen und ein geringes Schwind-und Quill-Verhalten aufweisen, wie z. B. Eiche und Doussie. Massivdielen beziehungsweise große Einzelelemente sind eher ungeeignet, da eine verstärkte Fugenbildung entstehen kann.

Als Verlegesystem eignen sich sowohl das Tackersystem, als auch das Noppensystem. In beiden Fällen ist für eine ausreichende Trittschalldämmung zu sorgen, die eine entsprechende Wärmeleitfähigkeit verfügt und den Bodenbelag vor aufsteigender Feuchtigkeit schützt.

  1. Schritt: der richtige Untergrund

Eine Fußbodenheizung kann sowohl auf trocken verlegten Estrichen, wie zementgebundenen Verlegeplatten oder Spanplatten, als auch auf nass eingebrachten Untergründen, wie Zementestrich, verlegt werden. Die maximalen Restfeuchtigkeitswerte des Estrichbodens (bei neu eingebrachten Untergrund) sollten mit einem CM-Gerät gemessen werden. In der Regel liegen diese für 2- und 3-Schichtige Parkettböden bei Zementestrichen bei 1,8 Prozent Restfeuchte und bei Anhydritestrichen bei ca. 0,3 Prozent. Neu eingebrachte Anhydritestriche sind, je nach Art und Dicke, frühestens nach 7 Tagen und Zementestriche frühestens nach 21 Tagen aufzuheizen. Hat der Untergrund seine Endfestigkeit erreicht, ist die Fußbodenheizung mindestens 14 Tage in Betrieb zu nehmen (Aufheizprotokoll für die Vorheizperiode beachten).

Egal für welchen Untergrund man sich entscheidet, wichtig ist, dass er trocken, eben (max. 3 mm auf 1 m Länge) und ausreichend fest ist. Die Oberfläche des Untergrundes sollte rissfrei sein. Unebenheiten können mit dem Kreuzlinienlaser schnell und einfach festgestellt werden und sind mit handelsüblicher Spachtelmasse auszugleichen. Damit der Parkettboden auch nach dem Verlegen trocken bleibt und die Restfeuchtigkeit die Rückseite nicht erreicht, muss eine Dampfbremse(Polyethylen-Folie) überlappend verlegt und verklebt werden.

  1. Schritt: Parkettboden verlegen

Allgemein werden moderne Niedertemperatur Fußbodenheizungen empfohlen, die gewährleisten, dass die Temperatur im Parkett nicht mehr als 28° beträgt. Laut DIN 18356 und 18367 sollte die Raumtemperatur während der Verlegung 18 – 20° betragen. Es wird empfohlen dem Parkett eine ausreichende Akklimatisierung vor der Verlegung einzuräumen.

Das Parkett wird im Regelfall bei abgeschalteter Fußbodenheizung verlegt. Eine Oberflächentemperatur am fertig verlegten Parkettboden von mehr als 28 Grad ist zu vermeiden. Die genaue maximale Oberflächentemperatur ist der Verlegeanleitung des Herstellers zu entnehmen, da viele die Oberflächentemperatur auf 26° begrenzen.

Vorsicht ist in Gebäuden mit alten Anlagen geboten. Früher wurden die Leitungen der Fußbodenheizung in deutlich größeren Abständen verlegt, wodurch deutlich höhere Temperaturen erforderlich sind, um den Boden komplett zu erwärmen. Diese können Schäden am Parkettboden hervorrufen.

Hat man sich für ein Muster entschieden (Flecht-, Fischgrät- oder Würfelmuster sind ideal) kann man mit der Verklebung auf dem Estrichboden beginnen. Dabei sind die Herstellerangaben zu beachten. Zumeist werden handelsübliche temperaturstabile und schubfeste Parkettklebstoffe verwendet (z.B. Silanklebstoff BONA R 860). Die einzelnen Parkettelemente sind vollflächig mit dem Untergrund zu verkleben, auf diese Weise verhindert man, dass die produzierte Wärme, in Hohlräume zwischen Parkett und Estrich entweicht.

Die Verlegung sollte ein ausgeglichenes Fugenbild ergeben. Da es sich beim Parkett um einen natürlichen Werkstoff handelt, muss man damit rechnen, dass das Holz je nach Klimabedingung, schwindet oder quillt. Daher ist auf eine entsprechende Dehnungsfuge, auch Wandabstand genannt, zu achten. Die Dehnungsfuge, beziehungsweise die Abstände zu Stützen, Wänden, Heizkörperrohren etc. sollten mindestens 10 bis 15 mm an jeder Seite betragen. Hier gilt die Faustregel: Pro 1m Boden ist eine 2mm Dehnungsfuge einzukalkulieren. Z.B. Raum 6m breit = 12 mm an jeder Seite (Randfuge).

Plant man besonders schwere Möbel im Raum aufzustellen, z.B. Schränke oder Küchenzeilen, empfiehlt es sich, diese vor der Verlegung auszubauen und den Parkettboden nur bis unter den Sockel zu verlegen.

Schubfest verklebtes Parkett führt zu einer angenehmen Raumakustik. Es arbeitet weniger und verfügt im Gegensatz zu schwimmend verlegten Fertigparkettsorten eine deutlich höhere Wärmeübertragung. Bis zum vollständigen Abbinden des Klebers (siehe Verlegebedingungen) sollte die Oberflächentemperatur des Estrichs 15°C bis 18°C betragen.

  1. Schritt: Oberflächenbehandlung – Verkleben oder doch lieber versiegeln?

Zum Grundieren sollten Lacke mit hoher Elastizität verwendet werden, da wasserbasierend und lösemittelhaltige sowie spröde Lacke Fugenbildungen am Parkettboden verursachen können.

Zum Ölen von Parkettböden auf Fußbodenheizung, sollte man ausschließlich aushärtende Produkte benutzen. Hartwachsöle sind bei einer Fußbodenheizung nicht zu empfehlen, da sie durch die Wärmebildung nicht aushärten können.

  1. Anmerkung

Das Zustellen oder Zulegen des Untergrundes sollte vermieden werden, da eine üppige Möblierung oder gar großflächige Teppichböden die Heizungsleistung verringern beziehungsweise die Wärmeabgabe beeinträchtigen können und nicht gut für das Holz sind.

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